Drei Kriminalromane

Friedrich Duerrenmatt hatte einfach zuviel kriminelle Energie. Das jedenfalls glaubte seine Frau, als der permanent klamme Schriftsteller ihr ploetzlich 500 Franken praesentierte. Die konnte ihr Mann eigentlich nur gestohlen haben, mutmasste Frau Duerrenmatt. Das war aber detektivisch falsch geschlossen. Denn Duerrenmatt hatte keineswegs zu viel kriminelle Energie, sondern gluecklicherweise genau genuegend kriminelle Phantasie. Und das Geld war der Vorschuss fuer seinen ersten Kriminalroman. Den Krimiklassiker "Der Richter und sein Henker" um Kommissar Baerlach und seinen Widersacher Gastmann schrieb Duerrenmatt 1950 tatsaechlich, um etwas daran zu verdienen. Seitdem gehoert das Buch zur Schullektuere. "Das Versprechen" kennt man meistens nicht vom Lesen, sondern weil Gert Froebe den boesen Kindermoerder so faszinierend hilflos-grausam im Kinofilm spielte (und weil ja auch Heinz Ruehmann ganz passabel war). Die politische - und literarisch tatsaechlich etwas schwaechere - Baerlach-Fortsetzung "Der Verdacht" indes, die sich mit der Nachkriegszeit und ihrer Nazi-Vergangenheit auseinandersetzt, ist weitgehend unbekannt.