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| Beweise, Daß Es Böse Ist |
"Jeder, der sie kannte, hat sie verabscheut." Viel Sympathie gibt es wahrlich nicht fuer die bestialisch ermordete Maria Grazia Battestini. Geizig sei die alte Xanthippe gewesen, habgierig, verrueckt und "voellig uebergeschnappt." Ihre rumaenische Haushaelterin wird kurze Zeit spaeter am Bahnhof gestellt, kann fliehen und geraet dabei unter einen Zug. Fall geklaert, Akte zu? Seit rund 25 Jahren lebt und arbeitet Donna Leon in Venedig und dass sie sich dort zu Hause fuehlt, das strahlen ihre Romane allemal aus: das ist ein weiterer, spannender Krimi, eine gute Story, eine Handlung, der man ohne kleinste Ermuedung bis zum Schluss folgt, eingebettet in die typisch venezianische Art, in ein schillerndes Lokalkolorit, das sich erst abseits der Touristenzentren so richtig entfaltet. Mord und Totschlag, Korruption und Verbrechen werden eingefuegt in diesen charaktervollen Hintergrund. Venedig, diese attraktive Stadt, in der jeder, der nicht "in Hoerweite der Lagune geboren war, als Fremdling" gilt und "unseliger Kleinstadttratsch" auch fuer einen Commissario ganz schoen informativ sein kann. Commissario Guido Brunetti war im Urlaub, denn sonst haette dieser neue und heikle Fall natuerlich von vorne herein in seinen Haenden gelegen. Da mag sich einer seiner Untergebenen fuer "eine bequeme Loesung des Verbrechens" entscheiden, aber die Rechnung hat er ohne Brunetti gemacht, den Inspektor mit Instinkt, den Feinschmecker mit Feingefuehl. Und der erkennt und ermittelt nach dem brutalen Tod der "alten Schreckschraube" hoechst ueberraschende Aspekte. Soviel ist klar: nur weil die Battestini den Fernseher fuer die Nachbarschaft unertraeglich laut stellte, ihren Abfall aus dem Fenster warf, wurde sie nicht ermordet. "Ihre Habgier, die kam aus tiefster Seele." Ein Genuss ist nicht nur der neue Fall, der sich klar entwickelt, logisch verlaeuft, sich in einem ueberschaubaren Rahmen bewegt, in dem der Leser sich nicht verliert: jedes Mosaikstueckchen stimmt hier. Mit Wonne aber schleicht man sich besonders in das eingespielte Team um Brunetti, erwaehnenswert allen voran die engagierte Signorina Elettra: sie ist es, die ihrem Chef ergeben jede Information besorgt, und dabei auch schon mal zu abenteuerlichen und nicht ganz legalen Mittel greift. Donna Leon, sie schreibt so herrlich normal, so ist das Leben eben, mit Schwarzarbeit, Betrug, leeren Staatskassen, Erpressung und: fehlenden Computer-Kenntnissen des Chefs. Der kennt sich dafuer kulinarisch bestens aus: Ehefrau Paola hat da hoechstens mit Schwertfischsteak mit Shrimps oder Kalbsbraten mit Zitrone und Rosmarin noch eine Chance. Commissario Brunetti ist in den letzten Jahren zum festen Bestandteil deutscher Bestsellerlisten geworden. Bisher hat seine Schoepferin Donna Leon dreizehn Faelle mit dem sympathischen Commissario geschaffen, der in Venedigs Gassen nach der Wahrheit sucht.