Spaltungen

Sir Edwin Rice will sich von seiner Frau Angelica scheiden lassen und sie dabei finanziell ueber den Tisch ziehen, zumal ihre Nachfolgerin schon in den Startloechern steht. Aber er hat die Rechnung ohne die vier Frauen und den Mann gemacht, die in Angelica stecken. Wo ist die Fay Weldon frueherer Jahre geblieben, die so originelle satirische Romane schrieb wie "Die Teufelin" oder "Ehebruch"? Die vorliegende Geschichte wird zerstueckelt in kleine Abschnitte und anstelle eines boshaft interessanten Geschehens entstehen Szenen, die die Autorin selbst schon irgendwo besser geschrieben hat. Dabei scheut sie sich nicht, sogar Witze, die man aus Zeitschriften kennt zu verwenden. Originell ist hoechstens noch die Idee, eine Protagonistin mit den Symptomen einer multiplen Persoenlichkeit ins Rennen zu schicken. Weil aber alle diese Persoenlichkeiten zur gleichen Zeit auftreten koennen, dabei auch noch untereinander diskutieren und streiten, sind Chaos und Durcheinander vorprogrammiert, und man wartet vergeblich auf eine Struktur, die Ruhe ins Buch bringt. Nichts gegen Romane, die emotional bewegen und aufwuehlen, aber auf Buecher, die beim Lesen Stress machen, dass man zappelig wird, kann ich verzichten.