Trainspotting

Mit seinen halluzinatorischen Visionen krabbelnder toter Babys und einem Sprung in die dreckigste Toilette Schottlands kaeme man nicht auf die Idee, dass es sich bei Trainspotting um einen der besten Filme des Jahres 1996 handeln koennte. Aber Danny Boyles Film ueber unverbesserliche Heroinabhaengige in Edinburgh ist alles das und noch viel mehr. Das heisst noch lange nicht, dass jeder den Film mag, aber die Mischung des Films aus hyperkinetischem Humor und ganz realem Horror fasziniert permanent und alle Darsteller explodieren wie eine Supernova, die nur aus beaengstigender Energie zu bestehen scheint. Der Film, John Hodges Adaption des bejubelten Romans von Irvine Welsh "The Acid House", war ein phaenomenaler Erfolg in England, Schottland und in den USA. In Deutschland errang Trainspotting Kultstatus und hat inzwischen eine treue Fangemeinde. Trotz seiner komoediantischen Lebendigkeit und der anregenden Art des Filmemachens singt der Film weder ein Loblied auf Heroin, noch warnt er vor dem Genuss von Drogen. Trainspotting ist einfach ein sehr ehrlicher und gut gemachter Film ueber den Charakter von Abhaengigkeit. Er beschoenigt nichts, wenn es darum geht, abwechselnd die Freuden und die Qualen von Drogenmissbrauch zu zeigen.