Minority Report

Steven Spielbergs "Minority Report" spielt in der auf beunruhigende Weise gar nicht so fernen Zukunft des Jahres 2054 und ist sicherlich der intelligenteste und provokanteste Science-Fiction-Thriller seit Blade Runner. Wie schon Ridley Scotts "Zukunftsfilm-Noir"-Klassiker basiert auch Spielbergs kompromisslos realistische Vision lose auf einem Roman von Philip K. Dick. Der Film dreht sich um die so genannte "Precrime"-Kriminalitaetsbekaempfung, die sich ausschliesslich auf drei isolierte menschliche "Precogs" stuetzt, die auf Grund einer durch Drogen induzierten Mutation Morde "sehen" koennen, bevor sie stattfinden. Tom Cruise ist der selbstsichere Captain von Precrime und kommt diesen Toetungsdelikten zuvor wie ein echter Actionheld - bis er selbst in eine der Precog-Visionen verwickelt ist und um sein Leben fuerchten muss. Inspiriert durch ein Brainstorming mit Futurismus-Experten spickt Spielberg diese paranoide Jagd mit potenziellen Verschwoerern (Max von Sydow, Colin Ferrell), einer Ehetragoedie und einem menschlichen Precog-Spielball (Samantha Morton), waehrend Cruises Darbietung mit jeder Szene an Tiefgruendigkeit und Substanz gewinnt. "Minority Report" setzt Spezieleffekte umsichtig ein und erschliesst auf brillante Weise eine Zukunft, die zutiefst ueberzeugend und ungemuetlich nah an der Gegenwart daherkommt.