Jurassic Park III

"Jurassic Park" und seine Fortsetzung "Vergessene Welt" gehoeren zu den grossen Prestige-Produktionen Hollywoods in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Mit ihren Vorlagen von Michael Crichton und mit Steven Spielberg als Regisseur waren sie von Anfang an als Grossereignisse geplant, die zumindest in Sachen Special Effects neue Massstaebe setzen sollten und auch gesetzt haben. Aber selbst die grandiosen Effekte und die so aufwaendigen wie beeindruckenden inszenatorischen Spielereien eines Steven Spielberg koennen nicht ganz darueber hinwegtaeuschen, dass beide Filme klassische B-Movie-Geschichten erzaehlen. Deswegen ist es umso erfrischender, dass sich Joe Johnston und seine beiden Autoren, Alexander Payne und Jim Taylor, bei 'Jurassic Park III' ganz offen zu ihren Wurzeln bekennen. Sie schliessen mit ihrem Dinosaurier-Abenteuer direkt an die Traditionen des alten B-Kinos an und haben damit den bisher spannendsten und unterhaltendsten Jurassic Park-Film erschaffen. Dr. Alan Grant (Sam Neill), der seinen Aufenthalt im Dinosaurier-Themenpark auf der Insel Isla Nubarnur mit knapper Not ueberlebt hat, widmet sein ganzes Leben wieder der Erforschung fossiler Saurier-Funde und will eigentlich nie wieder etwas vom Jurassic Park hoeren. Doch um seine Arbeit fortsetzen zu koennen, benoetigt er fuer sich und seine Studenten finanzielle Mittel, die ihm der Unternehmer Paul Kirby (William H. Macy) verspricht. Grant soll dafuer nur Kirby und seine Frau Amanda (Tea Leoni) bei einem Flug ueber Isla Sorna, der zweiten Dinosaurier-Insel, begleiten. Doch die Kirbys spielen mit verdeckten Karten. Sie wollen auf der Insel landen und nach ihrem 14-jaehrigen Sohn Eric (Trevor Morgan) suchen, der vor acht Wochen bei einem Abenteuerausflug auf Isla Sorna gelandet ist. Auch Jurassic Park III wartet wieder mit einigen spektakulaeren Effekten auf. Die Raptoren wirken noch beaengstigender als in den vorherigen Filmen. Sie und die hier zum ersten Mal in Erscheinung tretenden praehistorischen Wesen, der gewaltige Spinosaurus und die Pteranodons, eine Rasse ueberaus gefaehrlicher Flugsaurier, beweisen einmal mehr, dass der Mensch laengst nicht die Krone der Schoepfung darstellt. Aber trotz all der Effekte verliert Joe Johnston nie seine Figuren aus den Augen. Anders als bei seinen beiden Vorgaengern sind in diesem Dinosaurier-Spektakel die Menschen wirklich die Hauptfiguren. Wie die frueheren B-Film-Regisseure verzichtet Joe Johnston auf jedes ueberfluessige Beiwerk. Jurassic Park III ist reines Bewegungs- und Action-Kino, in dem sich die Figuren ueber ihre Handlungen definieren. So kann sich der grossartige William H. Macy von einem Schwindler und Schwaechling zu einem wahren Helden entwickeln, und Trevor Morgan kann als ein Teenager brillieren, der den Erwachsenen im Ueberlebenskampf eindeutig ueberlegen ist und doch nie altklug oder unrealistisch wirkt.