Ladykillers

Wer noch nie Alec Guinness in der klassischen britischen Komoedie "Ladykillers" aus dem Jahre 1955 gesehen hat, welche die Vorlage fuer diesen Film liefert, hat sicher seinen Spass an diesem Remake der Coen-Brueder. Fuer Neueinsteiger spielt hier Tom Hanks seine Variation von Guinness Rolle, indem er auf exzentrische Weise Colonel Sanders, Tennessee Williams und Edgar Allan Poe in seiner Suedstaatler-Darstellung von Prof. Dr. Goldthwait Higgins Dorr verbindet (der nach einem tatsaechlich existierenden Kunstkurator aus Minnessota, dem Geburtsort der Coens, benannt wurde). Dorr ist ein ungemein wortgewandter Betrueger, der sich ein geheimes Hauptquartier einrichten moechte, denn er plant, ein am Mississippi vertaeutes schwimmendes Casino mit 5 Mann zu ueberfallen. Irma P. Hall (die die komoediantischen Stereotypen der Coen-Brueder nur schwer vermeiden kann) spielt in der lustigsten und am wenigsten ueberzogenen Rolle des Films die gottesfuerchtige Witwe, die Dorr ein Zimmer vermietet, wo dieser mit seiner Gruppe "Musiker" (ebenso wie im Original) den Vorratskeller der alten Dame benutzt, um sich zum mit Geld ueberfuellten Zaehlraum des Casinos durchzugraben. Natuerlich passieren Missgeschicke, Dorrs Idiotentruppe (darunter der staendig fluchende Marlon Wayans) dezimiert sich selbst, und die Coens druecken allem ihren einzigartigen stilistischen Stempel auf. Der Film ist lustig, wobei das Ganze doch ein wenig flach daher kommt, und wenn man das Original gesehen hat (ebenso wie andere klassische Komoedien aus der Glanzzeit von Englands Low-Budget Ealing Studios), wird man sich vielleicht fragen, was sich die Coens dabei gedacht haben. Wenn man jedoch die Qualitaeten in Betracht zieht, die jeden Film der Coen-Brueder schmuecken (hier haben die beiden zum ersten Mal den Regietitel offiziell miteinander geteilt), zeigt diese Neuauflage der Ladykillers beide Seiten der Medaille: sie ist sowohl unterhaltsam als auch ein wenig ueberfluessig.