Collateral

"Collateral" liefert fuer Tom Cruise eine ungewohnte Rolle als gnadenloser Vertragskiller, aber dies stellt nur einen der vielen Gruende dar, weshalb dieser handwerklich solide Thriller eine Empfehlung wert ist. Schliesslich stammt der Film von Michael Mann, und die beeindruckende Liste an Kriminalfilmen dieses Regisseurs (Violent Streets '96 Der Einzelgaenger, Roter Drache und vor allem Heat) bildet die Garantie fuer eine Kombination aus intelligenter Handlung, gut gezeichneten Charakteren und ansteigender Spannung, die damit beginnt, dass der eiskalte Auftragsmoerder Vincent (Cruise) einen Taxifahrer (Jamie Foxx) damit beauftragt, ihn durch das naechtliche Los Angeles zu fahren, wo er in einer zehnstuendigen Tour 5 Menschen umbringt. Stuart Beatties Drehbuch verbindet gekonnt intime Charakterstudien mit Ausbruechen roher Gewalt (was mit Manns Regie-Handschrift einher geht). Foxx liefert seine bislang beste Darstellung (zwischen seiner tollen Arbeit in Ali und seiner Hauptrolle in Ray), und Cruise spielt durchaus ueberzeugend als disziplinbesessener Soziopath. Jada Pinkett-Smith baut ihre Nebenrolle gekonnt aus und Mann fuehrt mit dem Selbstbewusstsein eines Meisters Regie, wobei er L.A. die dritte Hauptrolle verleiht. Collateral baut sich langsam auf, aber waehrend der Film subtil die Themen vergeblicher Traeume und dem Leben am Rande der Gesellschaft anschneidet, schaltet er den Turbo ein und rast mit atemberaubender Praezision in Richtung eines schweisstreibenden Hoehepunkts.