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| Aviator |
Von Hollywoods legendaerem Nachtklub "Cocoanut Grove" bis hin zu den Pioniertaten waehrend der Eroberung des weiten Firmaments '96 Martin Scorseses "Aviator" feiert auf herausragende Weise das Filmemachen der alten Schule. "Alte Schule" deshalb, weil Scorseses Liebe gegenueber dem goldenen Zeitalter Hollywoods dadurch deutlich wird, wie er sich seinem Hauptdarsteller naehert: Howard Hughes in der Bluete seines Lebens (gespielt von Leonardo Di Caprio). Auch seine technische Beherrschung des Mediums Film reflektiert seine Zuneigung gegenueber der klassischen Filmemacherei in der Aera der grossen Filmstudios. Selbst wenn er zeitgemaesse digitale Tricks fuer die erstaunlichen Flugsequenzen des Films einsetzt (inklusive einer der spektakulaersten Bruchlandungen, die jemals gefilmt wurden), vermittelt Scorsese durch seine klare Fokussierung auf die Ausstattung und das Kostuemdesign eine leidenschaftliche Ausrichtung nach der Handwerkskunst einer vergangenen Aera - jedes Bild strahlt eine enorme Detailtiefe aus. Obwohl Di Caprio in der zwanzigjaehrigen Zeitspanne des Films (von den spaeten Zwanziger bis spaeten Vierziger Jahren) nur wenig aeusserliche Aehnlichkeit mit Hughes zeigt, gelingt es ihm, die Lebemann-Ausstrahlung des exzentrischen Millionaers einzufangen, ebenso wie dessen tragischen Niedergang zu einem zwanghaften Eremitendasein. Unterstuetzt durch Cate Blanchetts unheimlich akkurate Darstellung von Katherine Hepburn als Hughes beliebtester Liebhaberin, ist Aviator sicherlich Scorseses zugaenglichster Film und zielt auf das Mainstream-Publikum, ohne dabei Scorseses kuenstlerischen Ruf zu schaedigen. Dieser spannende Publikumsrenner ist ein Meisterwerk von Anfang bis Ende.