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| Blow |
"Blow" ist eine flotte Mischung aus Boogie Nights und Goodfellas. Chronologisch wird der atemberaubende Aufstieg und Fall von George Jung (Johnny Depp) nachgezeichnet, einem ganz normalen amerikanischen Jungen, der sich als Kind geschworen hat, niemals Hunger leiden zu muessen, in den 60er-Jahren ein Marihuana-Imperium aufbaut, sein Vermoegen mithilfe des kolumbianischen Medellin-Kokain-Kartells vervielfacht, nur um am Ende, nach etlichen kleineren Haftstrafen, endgueltig im Knast zu landen. An einer Stelle sagt Jung zu seiner entfremdeten Tochter: "Dein Vater ist ein Verlierer." Und er hat Recht. "Blow" ist die Geschichte eines netten Typen, der sein Leben lang die falschen Entscheidungen trifft, der zwar beinahe alleine den gesamten amerikanischen Kokainhandel aufbaut, schliesslich aber genau das bekommt, was er verdient hat. Unter der Regie von Ted Demme steckt der Film voll vibrierender Energie, beeindruckt durch seine Authentizitaet und bleibt dennoch merkwuerdig nichtssagend. Es faellt schwer, sich mit Jungs kometenhaftem Aufstieg zu Reichtum und Glamour zu identifizieren und Demme suggeriert keinesfalls die Idealisierung eines Drogenhaendlers. Worum geht es also bei "Blow"? Einzig, so scheint es, um Jungs Geschichte als Charakterisierung der kokainseligen guten alten Zeit zu benutzen. Schliesslich wird dann eben doch angedeutet, dass Jung im Grunde ein guter Kerl gewesen sei. Wer sich fuer Jungs Lebensstil interessiert, wird von dem Film und dessen Mischung aus Humor, latenter Bedrohung und paranoider Beklemmung verbluefft sein. Demme hat den Film darueber hinaus bis in die Nebenrollen fantastisch besetzt, vielleicht mit Ausnahme von Penelope Cruz als Jungs Schickimicki-Ehefrau, und sicherlich bietet "Blow" einen interessanten Gegenpol zu "Traffic". Dennoch wirkt der Film wie eine wilde Party: Man hat hinterher einen Kater und spuert ein vages Gefuehl von Bedauern.