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| Königreich Der Himmel |
Es ist unwahrscheinlich, dass Ridley Scotts schoen anzusehender Film nicht fuer die naechsten Jahre einen Meilenstein fuer Ritterfilme darstellen wird. "Kingdom of Heaven" ist mehr als nur die Summe seiner Einzelteile und zeigt eine kraftvolle und fesselnde Geschichte, die sich um Balian (Orlando Bloom), einen einsamen franzoesischen Schmied dreht, der fest stellt, dass er eigentlich ein adeliger Erbe ist und den Platz seines Vaters (Liam Neeson) im Zentrum des Universums um das Jahr 1184 herum einnehmen soll: Jerusalem. Grosse Schlachten und politische Intrigen sind hier der Schluessel, und Scott sowie der Drehbuch-Neuling William Monahan bauen eine herausragende Geschichte um den Jahrhunderte langen Konflikt herum. Zwei fortschrittlich denkende Koenige '96 Baldwin (Edward Norton in einer nicht in den Titeln benannten, aber dennoch wichtigen Rolle) und Saladin (Ghassan Massoud) - halten einen unsicheren Waffenstillstand zwischen Christen (die die Stadt besetzt halten) und Moslems, waehrend andere Parteien nach Blut duersten. Auf beiden Seiten gibt es Gute und Boese, wobei die Tempelritter die meiste Schuld auf sich nehmen muessen. Balian will sein Innerstes erforschen, indem er Baldwin und die Bevoelkerung beschuetzt. Der Look des Films ist '96 wie beinahe alles von Scott '96 beeindruckend: die durch Computereffekte aufgemotzten Schlachtszenen erinnern an Herr der Ringe und schaffen mit Hilfe von Kameramann John Mathieson Postkartenmotive der verschneiten franzoesischen Waelder und der weiten Wueste (hierfuer wurde in Marokko und Spanien gedreht). Hervorragende Nebendarsteller, darunter Jeremy Irons, Brendan Gleeson und David Thewlis, tragen auch dazu bei, dass der Film im Kopf und im Herzen funktioniert. Viele Kritiker schrieben, dass Bloom als Hauptdarsteller nicht die Tiefe von Russell Crowe besaesse (wer tut das schon?), aber nicht der Schauspieler schadet dem Film und seiner Kraft, sondern die schlecht entwickelte Rolle. Balian hat nicht viel mehr zu tun als duester zu schauen und hin und wieder eine grosse Rede zu halten '96 all das zusammen mit seinen erstaunlichen Faehigkeiten in Sachen Kriegfuehrung und seine undeutliche moralische Ausrichtung (deren einziger Sinn darin zu bestehen scheint, im Film fuer eine Liebesszene zu sorgen). Uebrigens: alle Hauptfiguren ausser die von Neeson beruhen auf Fakten, aber bei vielen wurde etwas hinzu gedichtet.