Wächter Der Nacht

Als "Herr der Ringe" Russlands wurde "Waechter der Nacht" mancherorts bezeichnet, und der Vergleich passt. Nicht so sehr, weil es sich bei dem zugrunde liegenden Roman-Epos um eine Fantasy-Trilogie handelt (in diesem Falle vom russischen Autor Sergei Lukyanenko), denn im Gegensatz zu Tolkiens gaenzlich fiktivem Universum erzaehlt "Waechter der Nacht" seine Geschichte vom ewigen Kampf zwischen den Guten und den Boesen unter den "Anderen" (uebernatuerliche Wesen wie Vampire, Seher, Hexen und Formwandler) vor dem Hintergrund des heutigen Moskau. Weitaus passender ist der Vergleich fuer die Verfilmungen, denn ebenso sehr wie Peter Jacksons Ringe-Trilogie ein Mammutprojekt fuer Hollywood war, ist "Waechter der Nacht" mit das groesste, was man bisher in Russland gewagt hat. Das Ergebnis unter Regie des Werbefilmers Timur Bekmambetov ueberzeugt mit seinem eigenen Stil. Waehrend man sich in der Action-Inszenierung deutlich an den westlichen Vorbildern wie Blade oder Matrix orientierte, schaffen die rauen Bilder der Grossstadtkulisse eine dichte und beklemmende Atmosphaere und nutzen die kalten, grauen Plattenbauten der Stadt fuer einen besonderen Effekt: Konnte man sich beim "Herr der Ringe" noch gaenzlich in einer anderen Welt verlieren, vermittelt "Waechter der Nacht" das genau gegenteilige, unheimliche Gefuehl: Eine andere Welt, die direkt in den Schatten unser eigenen existiert. pardpardeftab720sa240qlqnatural cf0 Der Plot des Films ist ziemlich komplex und bemueht sich, die diversen Handlungsstraenge der Buchvorlage verstaendlich zu buendeln. Ganz allgemein geht es auch hier um den drohenden Ausbruch des letzten grossen Krieges zwischen Gut und Boese, und einen Auserwaehlten, dessen Schicksal den Ausgang des Konflikts (laut Prophezeiung) entscheiden soll. "Waechter der Nacht" ist dabei nur die Einleitung, drum sollte man sich von dem abrupten Ende auch nicht verwirren lassen: Die Teile 2 und 3 der Trilogie, "Waechter des Tages" und "Waechter der Daemmerung", werden folgen. Wie beim "Herr der Ringe" scheint sich der Aufwand gelohnt zu haben: "Waechter der Nacht" war in Russland ein Riesenerfolg, und verdient sich mit seiner packenden Geschichte und rasanten Inszenierung auch internationale Anerkennung. Man kann gespannt sein auf Teil 2.