Alles Über Meine Mutter

Alles ueber seine Mutter kann der Sohn nicht mehr erzaehlen. Er wird ueberfahren, als er einem Autogramm der Schauspielerin Huma Rojo (Marisa Paredes), die er gerade mit seiner Mutter in "Endstation Sehnsucht" gesehen hat, nachjagt. Dafuer tut es Pedro Almodovar ("Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs", "Live Flesh"), der den Weg der Mutter Manuela (Cecilia Roth) zurueck zu ihrem verdr'e4aengten, frueheren Leben nach Barcelona mit viel Sympathie verfolgt. Dort sucht sie den Vater ihres Sohnes, der jetzt Lola heisst (und groessere Brueste als sie hat, wie sie selbst kommentiert). Doch zuerst trifft sie bzw. rettet sie den lebenslustigen Transvestiten Agrado, mit dem sie frueher auf den Strich ging, vor einem gewalttaetigen Freier. Agrado schleppt sie zu Schwester Rosa (Penelope Cruz), die sich um Prostituierte kuemmert, dabei selbst genug eigene Probleme hat: Sie ist schwanger von Lola und hat Aids. Manuela, die einen Job von Huma bekommt, nachdem Manuela ihr bei der Suche nach ihrer drogensuechtigen Freundin geholfen hat, nimmt Rosa bei sich auf. Wie der spanische Filmemacher Almodovar diese Gemeinschaft starker Frauen, die Tragoedien nicht nur auf der Buehne leben - wie Huma und Manuela in einer Laiengruppe in "Endstation Sehnsucht", sondern die ihnen auch im richtigen Leben wiederfahren, portraetiert, ist zum Heulen schoen und manchmal auch zum Schreien komisch, z.B. wenn Agrado, als die Theaterauffuehrung abgesagt werden muss, stattdessen dem Publikum von seinem alltaeglichen Kampf ums gute Aussehen erzaehlt. Mag die Story auch schrill klingen, die Gefuehle der Tragoedinnen in diesem Melodram, das bei den Filmfestspielen in Cannes 1999 als beste Regiearbeit ausgezeichnet wurde, sind universal und zum Mitfuehlen.