|
| Poseidon |
Es war an der Zeit, dass man von dem erfolgreichen Katastrophenfilm "Die Hoellenfahrt der Poseidon" aus dem Jahre 1972 ein hochwertiges Remake produziert, und wer koennte dies besser angehen als der Thriller-Experte Wolfgang Petersen, der Regisseur von "Das Boot" und "Der Sturm"? Dabei ist nicht wirklich bedeutsam, dass weniger als ein Jahr zuvor ein Fernsehfilm-Remake (basierend auf Paul Gallicos urspruenglichem Roman aus dem Jahre 1969) gedreht worden war, denn Petersens Version ist viel spektakulaerer, voller schockierender Spezialeffekte, riesigen Bauten, tollen Stunts sowie genug Feuer und Wasser, das fuer 5 Filme voller auswegloser Situationen gereicht haette. Erneut dreht sich die Handlung darum, dass ein moderner Luxusliner von einer "Monsterwelle" erfasst wird und kentert, waehrend eine kleine Gruppe Ueberlebender (darunter Josh Lucas, Kurt Russell, Emmy Rossum und Richard Dreyfuss) in dem Schiff verzweifelt nach oben zum Schiffsrumpf klettern und dort nach einem sicheren Weg nach draussen suchen. Speziell wenn man die Besetzung mit den Stars des Films aus dem Jahre 1972 vergleicht, sind die Charaktere leider etwas eindimensional geraten und wirken wenig ausgereift, und das Drehbuch von Mark Protosevich (an dem angeblich von einigen Autoren herumgedoktert wurde) stellt die Protagonisten ab und an einer willkuerlichen Reihe von Hindernissen gegenueber, die mit der Zeit wie Routine scheinen und oftmals auch gestellt und unlogisch. Das ist jedoch nicht wirklich wichtig, denn Petersens Umgang mit endloser Action ist so wirksam und professionell, dass Poseidon allein durch das Adrenalin voran getrieben wird. Die Szenen des Kenterns sind schlichtweg atemberaubend, und manche Effekte wirken so echt (und so grausig), dass juengere und sensible Zuschauer wegschauen sollten. Und obwohl Poseidon nicht den menschlichen Tiefgang der Version aus dem Jahre 1972 erreicht, ist der Film niemals langweilig.