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| Eine Unbequeme Wahrheit |
"Eine unbequeme Wahrheit" koennte sich angesichts dessen, dass das Schicksal unseres Planeten zweifellos auf dem Spiel steht, als eine der wichtigsten und vorausschauendsten Dokumentationen aller Zeiten erweisen. Al Gore, der sich spasseshalber selbst als "ehemaliger gewaehlter Praesident" bezeichnet, empfand - wie schon oft in seiner politischen Karriere - ein persoenliches Beduerfnis, Aufmerksamkeit auf die wachsende Krise angesichts der globalen Erwaermung zu lenken, und diese mitreissende Dokumentation ist im Grunde genommen eine (vom erfahrenen Fernsehregisseur Davis Guggenheim) abgefilmte Version des PowerPoint-Vortrags, den Gore (laut seiner eigenen Schaetzung ueber tausendmal) vor interessiertem Publikum auf aller Welt gehalten hat. Viele Zuschauer werden angesichts von Gores angenehmem, zurueckhaltendem Umgang mit Aufstellungen, Grafiken, Statistiken und Fotografien, der keinerlei Raum fuer Zweifel an der Wahrhaftigkeit (und nicht "Theorie") der Erderwaermung als ultimativer Umweltkrise der Erde laesst, ueberrascht sein, wie faszinierend und ueberzeugend dieser unaufdringliche Film wirklich ist. Man erfaehrt einiges ueber jene praegenden Ereignisse, die seinen Charakter formten (darunter der Tod seiner Schwester und die beinahe toedlichen Verletzungen seines Sohnes nach einem Autounfall), und Gore schuettelt sein steifes Verhalten waehrend seines Praesidentschaftswahlkampfs im Jahre 2000 ab, wobei er den Zuschauer als Mann mit einer Mission beeindruckt. Er ueberschreitet parteiliche Grenzen durch ein eindrucksvolles Plaedoyer fuer Gemeinsinn, ethische Aufrichtigkeit und leidenschaftliche Zielsetzungen, um so die nachteiligen Folgen der globalen Erwaermung durch persoenliche und politische Verantwortung rueckgaengig zu machen. Manche moegen Gore vorwerfen, er nutze die Erderwaermung als Plattform fuer die Demokraten, aber seine ehrliche Ueberzeugung angesichts dieser "unbequemen Wahrheit" (d.h. erdrueckende Beweise fuer globale Erwaermung, die jenen Menschen im Wege stehen, deren Interessen durch Gores unwiderlegbare Botschaft gefaehrdet werden) sollte selbst die stumpfsinnigsten und stoerrischsten Zweifler ueberzeugen. Gore waehlt einen ruhigen Weg und umgeht diskret einen Frontalangriff gegen die Administration von George W. Bush (die dieser "unbequeme Wahrheit" durch Verschleierungstaktiken und politische Entscheidungen zugunsten der Oelindustrie standhaft aus dem Weg gegangen ist). Somit erhebt er sich ueber alle politischen Differenzen und wendet den Blick hoffnungsvoll in Richtung einer besseren Zukunft fuer unsere Kinder.