American Beauty

Von der ersten Einstellung an, einem Establishment Shot einer typisch amerikanischen Vorstadt-Umgebung, besticht "American Beauty" durch bewundernswerte Selbstsicherheit und Scharfsinn, die durch Kevin Spaceys ruhige Erzaehlung verkoerpert werden. Spacey ist Lester Burnham, ein geplagter Jedermann, dessen Midlife Crisis das Rueckgrat des Films bildet. Schon seine ersten Zeilen ziehen den Zuschauer mit stichelndem Fatalismus in ihren Bann. Wie Joe Gillis in Boulevard der Daemmerung erzaehlt auch Burnham seine Geschichte postum aus dem Grab heraus. Ein kuehner Start fuer einen Film, der diese Kuehnheit mehr als rechtfertigt. Sozialsatire, Familientragoedie und eine Wer-hat-es-getan-Geschichte miteinander verwebend, wagt Alan Balls erstes Buehnenskript, Genregrenzen zu verwischen und uns aus dem Gleichgewicht zu bringen, indem es nahtlos von schwarzer Komoedie zu einem tief bewegenden Drama uebergeht. pardpardeftab720sa240qlqnatural cf0 Die Burnham-Familie reiht sich perfekt in die Liste disfunktionaler amerikanischer Kinofamilien ein, als Lester gegen seine manische, materialistische Makler-Frau Carolyn (Annette Bening) und seine muerrisch herablassende Teenager-Tochter Jane (Thora Birch) aufbegehrt. In das Leben der Kernfamilie treten zwei Aussenseiter, die ausreichend Projektionsflaeche fuer brach liegende Lebensenergie und verborgene Wuensche bieten: Eine Cheerleaderin (Mena Suvari), die Lester in sexuelle Fantasien und damit in einen zweiten Fruehling katapultiert. Und ein irritierend ruhiger junger Nachbar (Wes Bentley), der durch seinen clever zurueckhaltenden Einfluss, Lester und Jane nachhaltig veraendert.