Blood Diamond

Leonardo DiCaprio verpasst hier einer haesslichen Industrie ein huebsches Gesicht: In manchen Teilen Afrikas finanzieren Diamantenminen Buergerkriege und Terrorregimes, die tausende Unschuldige ermorden und Kinder zu boesartigen Soldaten umerziehen. DiCaprio spielt Danny Archer, einen suedafrikanischen Soldaten und Diamantenschmuggler, der Wind von einem grossen Rohjuwelen bekommt, den der eingeborene Fischer Solomon Vandy waehrend seiner Zwangarbeit in einer Diamantenmine gefunden hat, bevor er fliehen konnte. Archer bietet ihm einen Deal an: Er hilft Vandy, seine vom Krieg zerrissene Familie wieder zu finden, wenn Vandy ihn dafuer zu dem versteckten Diamanten fuehrt. Auch die Journalistin Maddy Bowen wird mit hineingezogen, als sie Archer verspricht, ihm zu helfen, wenn er ihr verraet, auf welchen Wegen die Konfliktdiamanten zu den grossen westlichen Schmuck-Konzernen gelangen. pardpardeftab720sa240qlqnatural cf0 DiCaprios Vorstellung ist gerade deshalb so packend, weil er niemals vor Archers kompletter Ruecksichtslosigkeit zurueckweicht. Wenn Archer die moralisch vertretbare Sache tut, dann nur, weil seine verzweifelte Gier ihn dahin getrieben hat. Hounsou und Connelly muessen zwar all die grossen moralischen und politischen Worte schwingen, wachsen in ihren Darstellungen aber ueber diese Phrasen hinaus und verankern so den etwas formelhaften Plot in menschlichen Charakteren. Am Ende wird man die Geschichte wohl ohnehin weniger im Gedaechtnis behalten als den erschreckenden, kalten und emotionslosen Blick in den Augen der Kindersoldaten. Auch ein erhebendes Filmende kann den Schrecken der ewig eskalierenden Konflikte Afrikas nicht uebertuenchen - vielleicht erscheint der Film gerade deshalb umso kraftvoller.