Apocalypto

Die Geschichte spielt innerhalb der vorkolumbianischen Zeit der Maya: ein Dorf wird brutal von einem herrschenden Stamm ueberrannt, der sich Sklaven und Menschenopfer verschaffen will, wobei die Dorfbewohner entweder verschleppt oder getoetet werden. Ein Grossteil des Films spielt im tiefen Dschungel, aber der Mittelteil zeigt eine grossartige Stadt der Maya und praesentiert die hohe Kunst von Design, Kostuemen und schlichtweg dekadentem Grauen. Der Film selbst ist ein Triumph der Brutalitaet, denn Gibson verdeutlicht seine altbekannte Faszination gegenueber koerperlichen Verstuemmelungen, indem er eine ganze Reihe davon vorfuehrt, darunter Pfaehlung, Ausweidung, Schlangenbisse und Bienenstiche. Das ist alles eine duestere, abstossende Vision, aber Gibson laesst dennoch einiges an filmemacherischem Instinkt innerhalb all der Gewalt durchblicken - darunter auch die Schaffung zweier Boesewichte (umwerfend gespielt von Raoul Trujillo und Rodolfo Palacias). Neben all den Grausamkeiten ruft jedoch nichts mehr Verzweiflung hervor als der finale, wortlose Austausch von Blicken zwischen dem gefangen genommenen Dorfbewohner Blunted (Jonathan Brewer) und seiner Schwiegermutter (Maria Isabel Diaz) - ein toller Stimmungswandel gegenueber ihrer frueheren Beziehung. Es handelt sich um einen obsessiven, durchgeknallten Film, aber Gibson weiss durchaus, was er tut.