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| Kill Bill, Volume 2 |
In dem Film stoesst Uma Thurmans Rachefeldzug an ihr logisches Ende. Dieses epische Melodram ist kunstvolle Hommage und popkultureller Diskurs. Mit einem Wort: ein Meisterwerk. Einen Eindruck von einem Film zu vermitteln, ist leider und viel zu haeufig gleichbedeutend mit einer kurzen Zusammenfassung des Plots, der Handlung also. Obwohl man einem solchen Werk damit nicht beikommt, ganz im Gegenteil, ihm sogar Unrecht tut, soll an dieser Stelle der Konvention entsprochen werden. Die Geschichte ist erneut in Kapiteln erzaehlt, die sich der Chronologie der Ereignisse nicht verpflichtet fuehlen. Es geht natuerlich wieder um die von Uma Thurman gespielte "Braut", die ihren Rachefeldzug gegen die einstigen Kollegen, eine skrupellose Killerbande, aus dem ersten Teil fortsetzt. Im Gegensatz zu ihr wissen wir jedoch seit dem Ende des ersten Teils, dass ihre vierjaehrige Tochter noch am Leben ist. Uma exekutiert sich also ueber Bills heruntergekommenen Bruder Budd (Michael Madsen) und Umas ewige Rivalin Elli Driver (Darryl Hannah) durch den Film, bis sie endlich die titelgebende Bestimmung erfahren kann: Bill (David Carradine), Exliebhaber, Vater ihrer Tochter und reueloses Scheusal, zu toeten. War bereits Kill Bill Vol.1 ein bemerkenswert stilsicheres Stueck Kino und ohne Zweifel einer der staerksten Filme des Jahres 2003, kann man hier Quentin Tarantinos episches Melodrama im Ganzen geniessen. Kill Bill Vol.2 ist ein brillanter und ungemein erfrischender Offenbarungseid. Tarantino traegt sein Herz offen zur Schau fuer das Genrekino der 70er-Jahre, das allzu lange zunaechst in den Schmuddelkinos der Bahnhofsgegenden, spaeter in elitaeren Cineastenzirkeln sein Dasein fristete. Gemeint sind Spagetti-Western und Blaxploitation und vor allem und zuallererst der Eastern- oder Martial-Arts-Film, bevorzugt Klassiker von King Hu etwa, die durch die Oeffnung der Shaw-Brothers-Archive auch einem groesseren Publikum zugaenglich sind. Kill Bill Vol.2 bleibt dabei nicht nur Hommage, sondern ist gleichzeitig Zitatensammlung und Kommentar. Handwerklich meisterhaft wird so ganz nebenbei und mit bewunderswerter Leichtigkeit ein Diskurs ueber das Kino und dessen popkulturelle Bedeutung angeregt. Der Film schafft dabei etwas, was in der Regel misslingt: vom pubertierenden Teenager bis zum Kulturwissenschaftler wird keiner ausgegrenzt. Schlichtweg ein Geniestreich.