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Obwohl "Copykill" sich scheinbar Jonathan Demmes Oscar-gekroenten Schocker "Das Schweigen der Laemmer" zum Vorbild genommen hat, wird hier einem intelligenten Plot der Vorrang vor Gemetzel und Kannibalismus eingeraeumt. Das Ergebnis ist ein dichter, packender Thriller, der mit dem unter Filmemachern gaengigen Konzept bricht, dass Gewalt das einzige Mittel zum Zweck und Grips Nebensache sei. Der junge Polizeiinspektor Ruben Goetz (Dermot Mulroney) aus San Francisco wird der Veteranin M. J. Monahan (Holly Hunter) zugeteilt, einer intelligenten, diplomatischen Polizistin, die mit beiden Beinen auf der Erde steht. Sie kaempft mit allen Mitteln darum, einen Moerder dingfest zu machen, der die Verbrechen der beruechtigtsten Serienkiller der Geschichte nachahmt. Der uebereifrige Ruben wuerde einen Verdaechtigen lieber gleich erschiessen statt nur zu verwunden, und es bedarf Monahan einiger Anstrengungen, ihn zu einer diplomatischeren Denkweise zu bewegen.
Die Situation aendert sich, als auf der Polizeiwache die Anrufe der Kriminalpsychologin Helen Hudson (Sigourney Weaver) eingehen. Diese traut sich schon seit 13 Monaten nicht mehr aus dem Haus, da der wegen Mordes verurteilte Daryll Lee Cullum (Harry Connick Jr.) sie beinahe zu seinem naechsten Opfer gemacht haette, weil sie vor Gericht gegen ihn ausgesagt hatte. Obwohl dieser sich derzeit hinter Schloss und Riegel befindet, ist er noch immer Mentor und Inspiration fuer nahezu jeden frei herumlaufenden Psychopaten, unter ihnen auch einer, der besonders grausam toetet und hofft, zu beenden, was Cullum begonnen hat. Um den Fall zu loesen, schliessen sich Polizistin und Psychologin zusammen.
"Copykill" ist ein moderner Thriller, der von seiner Handlung lebt, und obwohl dem Film gegen Ende die Puste ausgeht, verfehlt er seine Wirkung nicht. Ausserdem dient er auf unaufdringliche Art als Warnung f'fcr das Publikum, sich in die Opferrolle draengen zu lassen. Holly Hunter und Sigourney Weaver bilden ein gut funktionierendes Team und entwickeln aus einem problematischen, gespannten Verhaeltnis, wenn auch widerwillig, eine Beziehung gegenseitigen Respekts. Regisseur Jon Amiel schafft eine bedrohliche Atmosphaere, die an seinen britischen Serienklassiker "Der Singende Detektiv" erinnert. Davon abgesehen stellt er sein Gespuer fuer das Duestere, Ungewoehnliche unter Beweis, und gibt dem Film damit eine besondere Note, zu der nur wenige kommerzielle Filmemacher faehig sind.