Black Magic

Jimmy Cliff beweist mit "Black Magic" zum wiederholten Male, dass er ein Grenzgaenger des Reggae ist. Gerade die Oeffnung zum Pop macht den 1948 in St. Catherine / Jamaika als James Chambers geborenen Saenger nicht unbedingt zum Liebling der Reggae-Puristen, dafuer aber zum beruehmtesten Genre-Vertreter neben Bob Marley. Ewigen Respekt geniesst er aber fuer seine ueberragende Songbeitraege zum Meisterwerk und Soundtrack "The Harder They Come", einem Film, in dem Cliff die Hauptrolle spielt. "Black Magic" ist aus ganz anderem Stoff. Die Rohfassungen der Songs entstanden schon 2001 auf Jamaika, von wo aus sie der ungekroente Koenig des Reggae mit nach England nahm, um sie dort mit dem Produzenten Dave Stewart (Eurythmics) weiter zu bearbeiten. Dazu wurden Gastvokalisten wie Spice, Wyclef Jean, Sting, Annie Lennox, der mittlerweile verstorbene ex-Clash Joe Strummer, Kool & The Gang, Tony Rebel, Bounty Killer oder ex-Tennis-Star Yannick Noah geladen. Entsprechend bunt klingt das stilistisch weltumspannende Album "Black Magic". Das Spektrum reicht von gemaessigtem Reggae ("I Want I Do I Get") zu karibischer Lebenslust ("Dance") und Weltmusik mit Pop-Appeal ("People") zu Soul-Reggae ("Black Magic") bis hin zu Rock ("Over The Border"). Trotz ihrer Leichtigkeit haben die ueberwiegend auf programmierten Rhythmen basierenden Songs eine politische Tiefe, die sich mit Themen wie "Terror (September 11th)" oder "War In Jerusalem" auseinander setzen. Jimmy Cliff mag seine eh stets duennen Wurzeln zum Roots-Reggae saemtlich gekappt haben, weltfremd und oberflaechlich wie so mache Pop-Musiker ist er deshalb noch lange nicht.