From The Cradle

Gelegentlich wirkt der manierierte "schwarze Gesang" des britischen Gitarrengottes etwas deplaziert. Dennoch ist diese 94er Hommage an seine Blueswurzeln, an der er bezeichnenderweise fast ein Jahrzehnt bastelte, ein Hammer. Die Songliste ist eine einzige Geschichte des Blues, und die im Studio live aufgenommenen Nummern sind von einer Lebendigkeit, wie man sie auf Claptons Popalben seit zwanzig Jahren nicht mehr gehoert hat. Klar, es sind Claptons gitarristische Faehigkeiten, die hier im Mittelpunkt stehen. Seine Slide- und Rhythmusarbeit, auch seine schwindelerregenden Soli klingen reicher im Sound als sonst - ein Grund hierfuer ist moeglicherweise der Wechsel von seiner ueblichen Stratocaster zu den fetter klingenden Gibson-Gitarren waehrend dieser Sessions. Der Ex-Muddy Waters Harmonikaspieler Jerry Portnoy ist der zweite, heimliche Star dieser CD. Sein Spiel passt perfekt zu Claptons virtuoser Gitarre, und bietet eine Gelegenheit, mal wieder daran zu erinnern, dass der Blues seinen Ursprung in den Mississippi Deltas hat.