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| Reptile |
Wenn die Zeichen nicht truegen, dann ist Eric Clapton derzeit mit sich absolut im Reinen. Drei Jahre nach "Pilgrim" und nur wenige Monate nach "Riding With The King", der puristischen 2000er Blues-Kooperation mit B. B. King, grast der britische Gitarren-Doyen die vielfaeltigen Stil-Weiden ab, die er auch in der Vergangenheit schon des Oefteren heimsuchte. Der Opener "Reptile", gleichzeitig das Titelstueck, ist eher eine Ausnahme und gibt dennoch rein instrumental (!) die Stimmung vor: voellig entspannt und laessig unspektakulaer, butterweich jazzy, in federndem Latin-Puls. Aehnliche Nonchalance zeichnet das optimistische Liebeslied "Believe In Life" aus, ein soft getuntes Pop-Stueckchen, wie er es in juengerer Zeit des Oefteren bot. In diese Kategorie faellt ebenso das zart besaitete "Modern Girl": sacht gezupft, dezent von Percussion durchsetzt, anschmiegsam die Stimme. Und zu relaxt-swingendem Honky Tonk-Piano und DooWop-Chorus, "Find Myself". Weiter greift "Travellin' Light" zurueck, wieder mal knoepft sich Clapton da mit sicherem Gespuer ein souveraen forciertes Stueck aus dem Song-Katalog von J.J. Cale vor, das ihm passt wie ein Massanzug von Armani. Und natuerlich kommt der Blues nicht zu kurz: Aus voller Kehle und mit gospeligem Background-Chor intoniert er Ray Charles' schwerbluetigen Oldie "Come Back Baby" oder, mit extra kernigen Vocals, "Broken Down". Fett groovt der Klassiker "Got You On My Mind", ganz und gar blue maeandert "I Wanna Little Girl" dahin. Dezentes Swamp-rock-Feeling offenbart "Second Nature", respektabel muenzt er Stevie Wonders "Ain't Gonna Stand For It" zum souligen Uptempo-Bluesrock um. Eric Clapton bietet mit Producer Simon Climie nicht die grossen Ueberraschungen, aber einen vielfaeltigen, wohl temperierten Repertoire-Streifzug und weit mehr als nur solides Handwerk, woran die schon seit Jahren fuer ihn aktive Crew von Gitarrist Andy Fairweather-Low ueber Bassist Nathan East und Drummer Steve Gadd bis zu Keyboarder Joe Sample gehoerigen Anteil hat. Dass zum Finale das schwerelos-filigrane "Son & Sylvia" als zweites Instrumentalstueck "Reptile" abrundet, signalisiert: Clapton muss sich und der Welt nichts mehr beweisen.