The Magnificent Tree

Wer die Karriere dieses belgischen Trios verfolgt hat, hat miterlebt, wie sie von TripHop (bei ihrem Debut "A New Stereophonic Sound Spectacular") zu TripPop wechselten ("Blue Wonder Power Milk"), wobei diese Prozedur ihre Fans ganz schoen in Konflikte stuerzte. Eines steht fest: "The Magnificent Tree" giesst noch einmal Oel ins Feuer. Der 'Trip' hat sich vom Pop getrennt und eine Mischung von braven Melodien fuer das Radio hinterlassen, aber kaum noch etwas mit dem Charakter und dem Charme ihrer frueheren Arbeit. Es ist eigentlich schade, denn hier werden durchaus einige Ohrhaeppchen praesentiert, dann verliert sich jedoch vieles in der schlaffen Verpackung von Standard-Arrangements und harmlosen Texten. Die bezaubernde Geike Arnaert, die sich bei "Blue Wonder Power Milk" noch ganz abgehoben und cool gab, hat sich bei diesem Album zu einem leidenschaftlicheren Gesangsstil entschlossen. Dies funktioniert bei dem voellig untypisch rockigen "Jacky Cane" und dem sentimentalen "Vinegar & Salt" ganz gut, aber bei "Mad About You", "Everytime We Live Together" und dem peinlich kitschigen "Out Of Sight" klingt das zu glatt und platt. Anklaenge an den guten alten Stil tauchen hier und da auf, besonders bei dem feierlichen, von Samples gepraegten "Autoharp" und dem vertraeumten an Dubstar erinnernden "Waves", aber sie versprechen mehr als der Rest des Albums liefern kann. "The Magnificent Tree" mag zwar alles in allem ein solider, knorriger Baum sein, aber es fehlen dann doch noch ein paar Aeste, um die Bezeichnung "wunderbar" zu verdienen.