Organic

Die Idee hinter "Organic" ist ziemlich simpel: Man stelle Joe Cocker, den Mann mit dem maechtigen Bluesorgan, in irgendeinem Studio der Welt hinter irgendein Mikrofon der Welt, schare um ihn eine Handvoll brillanter Musiker, laesst Meister-Produzent Don Was eine Bandmaschine laufen und - los geht's! Eigentlich ist's naemlich egal, was der alte Joe singt, die Hauptsache ist, dass er's tut. Und dass seine Mitstreiter einen ordentlichen Blues hinkriegen. Nun, in diesem Falle waren es nicht die beruehmt-beruechtigten Telefonbuecher, die Cocker intonierte, sondern, viel besser, alte Kracher aus seiner musikalischer Vergangenheit, die er Anno '96 erneut intonierte: Stuecke wie "Delta Lady", "Darlin' Be Home Soon" oder "You're So Beautiful". Dazu kam exquisites Material wie Van Morrisons "Into the Mystic", Randy Newmans "Sail Away" oder Bob Dylans "Dignity". Wie gesagt, es ist egal, was der Mann singt - wichtig ist, dass er's tut. Dazu noch Meister wie Jim Keltner, Billy Preston, Darryl Jones oder Tony Joe White an der Seite, da konnte nichts schiefgehen. So ist "Organic" exakt das geworden, was der Albumtitel verspricht: eine immens organische Angelegenheit, eine Jam-Session auf hoechstem Niveau, eine so laessige wie konzentrierte Sache unter Freunden. Und mittendrin der alte Joe, ein feistes Grinsen ueber den Bartstoppeln, die monstroese Wampe stolz in die Welt gestreckt - und im richtigen Moment den Mund geoeffnet und der Menschheit einmal mehr gezeigt, was richtiger, ehrlicher und damit ueberzeugender Blues ist. Das hat Klasse!