Borrowed Heaven

Jahre nach der Compilation "Best Of The Corrs" und "In Blue", dem letzten Studioalbum der Corrs, erscheint nun "Borrowed Heaven". Man merkt gleich, dass die Corrs ihre Zeit vernuenftig investiert haben, denn die 12 neuen Titel enthalten kaum Fuellmaterial, dafuer aber jede Menge eingaengige, mitreissende Refrains. Der Opener "Summer Sunshine", die erste Singleauskopplung, ist gitarrenbetonter Gute-Laune-Pop-Rock im Stil der Achtziger. Wie bei einigen weiteren Titeln auf dem Album wird auch dieser mit ein paar skurrilen Produktionsgimmicks aufgepeppt; der Refrain explodiert dann aber geradezu mit wuchtigem Schlagzeug und satten Gitarren-Hooks. Ein Hoehepunkt laesst sich schwer ausmachen, da der Stil recht konstant bleibt und die Qualitaet der Songs nie abfaellt. Der letzte Track, "Silver Strand", ist ein grandioses, keltisch angehauchtes Instrumental. Das Stueck lebt vor allem von Sharon Corrs Violine, die leider viel zu selten zum Einsatz kommt. "Long Night" ist eine gut gemachte Power-Ballade, wohingegen auf "Humdrum" der Sound der Corrs mit Scratching, Synthis und Breaks modernisiert wird - die rockigste Stelle auf "Borrowed Heaven". Manchen mag es betrueben, dass die Corrs kommerzieller geworden sind und sich damit eher Fleetwood Mac annaehern als dem traditionellen Folk ihrer Anfangszeit, aber so sind eben die Corrs, und das nicht erst seit gestern. Ihr typischer Sound - ob man ihn nun liebt oder hasst - ist hier unverkennbar.