The Screen Behind The Mirror

Eines vorweg: Enigma-Fans bekommen mit "The Secret Behind The Mirror" genau das, was sie erwarten: eine qualitativ hochwertige Cretu-Produktion, die, wie schon der Vorgaenger "Le Roi Est Morte, Vive Le Roi", auf einen routinierten Mix aus Mystik, Mythos, Magie und Melodien setzt. Da macht es auch nichts, wenn das Album zur Geburtsstunde des neuen Millenniums nicht viel Neues bietet. Michael Cretu bedient sich locker im grossen Musik-Supermarkt und leiht sich schon im Opener "The Gate" Carl Orffs Carmina Burana aus. Damit sind grosse Gefuehle schon mal programmiert. Auch sonst bleibt alles beim Alten: Rhythmus-Maschinen, die wie aus den 80er Jahren klingen, werden mit bedeutungsschwangeren Lyrics ("We have the power to face the future") zu einem Soundteppich gewebt, auf dem die Stimme von Cretus Gattin wie in 1001 Nacht dahinschwebt. Ob der Hoerer mit "The Screen Behind The Mirror" tatsaechlich in eine Welt jenseits aller (Spiegel-)Bilder tauchen kann, bleibt der Imagination des Einzelnen ueberlassen. Es scheint jedoch, als haette Cretu sich eher an Abbildern orientiert, als den wahren Blick hinter den Spiegel gewagt. Enigma-Fans indes sind vor boesen Ueberraschungen sicher. Fuer sie liegt die Wahrheit auch weiterhin irgendwo "Between Mind And Heart".