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| Tribes, Vibes And Scribes |
Sade ist letztendlich nur eine unter vielen, die in England den Sound des schwarzen US-Pop der fruehen siebziger Jahre - Fusion, Funk, Progressive Soul und Quiet Storm - zu etwas recycled hatten, das man gemeinhin "Brit Soul" nennt. Unter den anderen Kuenstlern - darunter "The Brand New Heavies", "The Young Disciples", "Don-E" und so weiter - bewegt sich eine elfkoepfige Band namens Incognito am weitesten am Fusion-Ende dieses Spektrums. 1980 gegruendet, loesten sie sich Mitte der 80er auf, um sich 1990 unter dem Gitarristen Jean Paul "Bluey" Maunick neu zu formieren. Einfache Gitarren- und Keyboard-Melodien in Verbindung mit harmonischen Blaesersaetzen und funkigen Rhythmen sind das Kennzeichen dieser Band. Sobald die Saengerin Maysa Leak loslegt, wird dieser Sound zum Funk-Rock a la Rufus. Die Musiker sind durchweg ganz brauchbar, wirklich herausragend ist allerdings nur einer - der ueberragende Bassist Randy Hope-Taylor. Die Musik enthaelt eher wenig Jazz-Elemente, die einfach gehaltenen Blaesersaetze und die narrensicheren Solos klingen wie der Easy-Listening-Jazz eines Hubert Laws, Norman Connors oder Lonnie Liston Smith. "L'Arc en ciel de Miles", die Hommage der Band an Miles Davis, mit Trompeter Kevin Robinson, erinnert mehr an den bequemen Davis der spaeten Achtziger denn an den furchtlosen Davis der fruehen Siebziger. Leak verfuegt ueber eine aussergewoehnliche Stimme - kraftvoll und verfuehrerisch zugleich - und sie belebt Stevie Wonders "Don't You Worry 'Bout a Thing" in der selben Weise, wie es Chaka Khan einst mit "Tell Me Something Good" tat. Allerdings gelingt es ihr nur unzureichend, den zehn Eigenkompositionen von Maunick Kontur zu verleihen, die doch eher als angenehme Hintergrundmusik und nicht zum konzentrierten Hoeren gedacht sind.