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| Get Born |
"Get Born", das Debut-Album der jungen Gruppe Jet aus Melbourne, kommt an - und dies auf mehreren Wegen. In erster Linie ganz offensichtlich wegen des staendigen Ratespiels "Erkenne das Riff". Jet scheint Oscar Wildes Devise "Talent leiht aus, aber Genie klaut" als Motto der Band verinnerlicht zu haben. Sie geben daher ganz ungeniert zu, aus welchen Quellen sie geschoepft haben. Der Eroeffnungstrack "Last Chance" erinnert eindeutig an Cults "Li'l Devil", die ominoese Ballade "Move On" ist eine Variante von "You Can't Always Get What You Want" der Rolling Stones. "Are You Gonna Be My Girl" bedient sich hingegen bei dem dahintuckernden Part der Rhythmusgitarre aus Iggy Pops "Lust for Life", "Cold Hard Bitch" koennte einer von einem halben Dutzend Songs von AC/DC sein. Und so geht es weiter bei den 13 wunderbar unterhaltsamen Tracks: Es koennte ein spannendes Spiel werden, das jede Party beleben wuerde. Die wirklich gute Nachricht ist jedoch, dass "Get Born" als ein respektables, eigenstaendiges Rockalbum unsere Anerkennung verdient. Wie ihre ungefaehr gleichaltrigen Kollegen, "The Kings of Leon", "The White Stripes" und "The Darkness", uebernehmen Jet die in Ehren ergrauten Vorbilder mit unbekuemmertem Enthusiasmus und erneuern sie mit einer derart ueberschwaenglichen Naivitaet, dass jeder Ansatz von Zynismus dem Zuhoerer sogleich ausgetrieben wird. All dies hat man schon in tausenden von anderen Platten gehoert, aber Jet laufen in diesen ollen Klamotten mit einer solchen Gelassenheit und Ueberzeugungskraft herum, dass man bestaetigen muss: "Get Born" rockt.