Riding With The King

Dass der letzte King des Blues in Eric Clapton einen grossen Fan hat, freut B.B., wie er in seiner Autobiografie "Ein Leben mit dem Blues" mitteilte, ausserordentlich. Und es stimmt. Mit 20 hatte Clapton bereits seine Vorbilder Freddie, Albert und B.B. King eifrig studiert, traf in den Sixties zum ersten Mal auf den Oberkuenstler der Blues-Eleganz und seitdem sind die Zwei einander oft genug begegnet. Ihr erstes gemeinsames Album laesst zwar vom Titel her dem 20 Jahre aelteren B.B. den Vortritt, aber es ist wirklich eine Kooperation, kein Kniefall Claptons vor der lebenden Legende. Aus Kings Repertoire kommen schoene Wiederaufarbeitungen alter Hits, Clapton steuert seine ewigen Favoriten bei wie "Key To The Highway" oder "Worried Life Blues" und ein paar neue Songs und Coverversionen ergaenzen das Werk. Grossartige Momente: B.B.s "Ten Long Years" rettet den Sound der 50er ins Jahr 2000, die Luft ist so blau wie in einer Rauch geschwaengerten Kneipe, im Hintergrund winselt Jimmie Vaughans schraeger Slide. Voller Seele auch "Help The Poor", noch so ein beruehmter Song von King, bei dem die Gitarre ins Schluchzen geraet aber seine Stimme das Kommando haelt. Die beiden Meister spielen aufeinander zu, sogar die Gesangseinlagen ergaenzen einander, auch wenn es den Puristen befremden mag, dass B.B. mal seinen Eric dominieren laesst.