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| Invincible Summer |
Die kanadische Singer/Songwriterin K. D. Lang: Surf-Punk und Brasil-Pop? Diese unwahrscheinlichen Komponenten der Inspiration fliessen allerdings in hoechst unterschiedlicher Dosierung bei "Invincible Summer" ein. Pop: satt. Surf-Punk: Tendenz null. Aber was sie davon rauspickte und fuer ihren erweiterten Song-Kosmos nutzte, harmoniert wunderbar. Beispielsweise in Summerfling: eine Melodie leicht wie eine Sommerbrise, launig wie ein Flirt-Laecheln im Strassencafe und dazu sirrender Streicher-Flor plus Chor, die Burt Bacharach zur Ehre gereicht haetten. Oder in "It's Happening With You", das schrill-phantasievolle Rhyhtmik-Kapriolen und eine hinreissende Melodie part, und an Wendy & Lisa erinnert, wohl nicht zuletzt weil Wendy Melvoin als Gitarristin mit von der Album-Partie war. Alben wie "Ingenue" von 1992 etablierten den Ruf der Grammy-Preistraegerin als serioese Kuenstlerin von hohen Graden; ihr achter Longplayer laesst die frueher staerker gepflegte Ernsthaftigkeit einer positiv gestimmten Nonchalance weichen. Ihre Stimme, oft dezent angekratzt, markant, doch nie forciert, traegt die Stories von Leidenschaft, Sehnsucht oder Irritation gleichermassen ueberzeugend. "Love's Great Ocean" wirkt wie schwereloses Schweben unter Wasser, das fragile "Simple" steht in der Tradition der Akustik-Folklore und "Curiosity", eine Pop-Hymne auf die Neugier, demonstriert in seinen spielerischen Effekten, wie souveraen K. D. Lang mit Co-Producer Damian Le Gassik die Moderne integriert. Ein Pop-Album der impressionistischen Pastelltoene.