Diva

Der Ausdruck "Diva" ist ein Ehrentitel, den man nicht beansprucht, sondern verliehen bekommt. Das allein schon sorgt bei Annie Lennox 1992er Solodebut fuer einen schlechten ersten Eindruck. Dass sie den oft mutig-gewagten Pfad ihrer frueheren Band, der Eurythmics, verlaesst und es vorzieht, ihrer grossen, gefuehlvollen Stimme einen hauptsaechlich am Keyboard erzeugten abgehobenen Rahmen zu geben ist auch keine grosse Hilfe. "Why" ist eine wunderschoene Ballade ueber eine zerbrechende Beziehung, aber das makellose "Walking on Broken Glass" klingt nicht halb so gefaehrlich wie sein Titel. "Precious" hat nur etwas leichten Funk zu bieten und "Cold" klingt kalt, entfernt und sehr geplant. Nur bei "Why" und dem letzten Stueck "The Gift" erreicht sie die sehr vielfaeltige Intimitaet auf die sie offensichtlich aus war. Also vergiss erstmal dieses Diva-Zeugs, Annie, wir sagen dir schon, wann es so weit ist.