Medusa

In der Post-Beatles-Aera hat die Tugend gekonnter Liedinterpretation zunehmend an Stellenwert verloren - zugunsten der selbstgenuegsamen Kuenstlerkomponisten - und das zeigte sich selten so deutlich, wie in den ersten Reaktionen auf dieses Soloalbum von Annie Lennox, das zweite nach Diva. Sicher verdienen die fesselnden, originaeren Stuecke ihres Solodebuts besondere Anerkennung, grundsaetzlich aber ist die Schottin mit ihrem satten Alt eine der fesselndsten Popsaengerinnen der vergangenen zwei Jahrzehnte, und die vorliegende hervorragende Auswahl feinsaeuberlich arrangierter Coverversionen bezaubert mit seltenen Schmuckstuecken und echten Klassikern von Al Green, Procol Harum, Neil Young, Clash, den Temptations, Paul Simon und Blue Nile. Die Songs sind hier die wahren Stars und Annie Lennox traegt Leidenschaft und Nuancierung zu der wunderschoen gespielten Musik ihrer Begleitband bei. Vom "filmreifen" Leiden in "No More I Love Yous" bis zur sehr originalnahen Neuschoepfung von Blue Niles "Downtown Lights".