Everybody's Got A Story

Nachdem sie zwei relativ geradlinige (und platinveredelte) Rockalben veroeffentlicht hat, beweist Amanda Marshall jetzt mit "Everybody's Got A Story" mehr Mut. Die in Toronto aufgewachsene Saengerin mit dem wallenden Haar hat in Zusammenarbeit mit dem Linda-Ronstadt-Produzenten Peter Asher, dem Songwriter Billy Mann und dem jungen Beat-Tueftler Molecules eine groove-orientierte Popplatte aufgenommen, die Akustikgitarren, HipHop-Beats und Streicher mit der Hauptattraktion verbindet, naemlich mit Marshalls an Janis Joplin anklingender Stimme, die mehrere Oktaven umfasst. Streckenweise kann dieses nun weniger konventionelle Werk auch ueberzeugen: Der Titel-Song ist wie geschaffen fuer das Radio, die Partynummer "Sunday Morning After" macht Laune und "Red Magic Marker" ist eingaengiger Pop. Manchmal wirken die neuen Sound-Kombinationen allerdings kuenstlich, besonders, wenn es den Melodien an Originalitaet fehlt. Beispiele hierfuer: "The Gypsy", "Brand New Beau" und "The Voice Inside". Die vielleicht groesste Ueberraschung ist "Marry Me", eine sanfte Ballade, die Marshall zusammen mit ihrem Bassisten und Freund Rob Misener geschrieben hat. "Marry Me" zeigt wie kein anderer Track, dass die Saengerin gelernt hat, ihre oft allzu gewaltige Stimme bei Bedarf etwas zurueckzunehmen - und das macht ihre "Story" noch viel interessanter.