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| Amanda Marshall |
Es bedarf schon besonderer Faehigkeiten, um sich als Neuling auf dem boomenden Sektor der Singer/Songwriterinnen behaupten zu koennen. Mit ihrem Debut-Album ist dies der Kanadierin Amanda Marshall durchaus geglueckt. Dabei zeichnet sich Marshall auf dieser CD noch kaum als Songwriterin aus, und die einzigen zwei Titel ("Sitting On The Top Of The World", "Let's Get Lost") die sie allein komponiert hat sind - wenn auch ordentlicher - Mainstream. Ihre wahre Klasse liegt in der Stimme und dem Gefuehl ihres Gesangs. Die Inbrunst, mit der Amanda Marshall den Opener "Let It Rain" (ihr erster Hit) singt, laesst Gutes erahnen. Im folgenden, piano-getragenen und mit schoenen Sax-Einsprengsel veredelten "Birmingham" klingt sie noch etwas nach Sheryl Crow. Doch ihre jugendliche, manchmal zart-angerauchte Stimme ist geradezu praedestiniert fuer Stuecke wie "Dark Horse" und "Trust Me", die entfernt an Fleetwood Mac und an "The Long Run" der Eagles erinnern. Ihre wirkliche Extraklasse beweist sie in den traumhaften Balladen der CD, die sie ohne jeden Schmalz meistert. Hervorzuheben ist dabei das leicht soulige "Beautiful Goodbye", dessen Finale sie so herausschreit, dass es unter die Haut geht. So kann sich Amanda Marshall gegenueber der Konkurrenz ihrer Kolleginnen leicht behaupten.