18

Man kann nicht gerade behaupten, dass "18" von dem vorherigen Album stilistisch gesehen Lichtjahre entfernt waere - aber das kann ja andererseits nur Gutes bedeuten. Schliesslich war "Play" ein Album, das so gut wie keine Schwachpunkte hatte, und Erfolgsrezepte soll man nicht grundlos veraendern. Dementsprechend herrscht auch hier Mobys Herzschmerz-Komponente vor: Streicher, Klavier und der typische gesampelte Gospelgesang, den er so geschickt in seinen Stil integriert hat. Songs wie "In My Heart" kennt man von Moby: melancholisch-bluesiger Gesang vor opulentem Hintergrund - in diesem Fall Marschtrommeln und ein Symphonieorchester, das regelrecht auf die Traenendruese drueckt. Weitere Geschichten ueber verunglueckte Beziehungen werden in Form des bassbetonten "One Of These Mornings" und des unaufdringlichen House-Tracks "Another Woman" vertont. Macht eigentlich sonst noch jemand traurige Musik, zu der man tanzen kann? Zum Glueck sorgt "We Are All Made Of Stars" fuer ein wenig Optimismus, und ausserdem gibt es einige geglueckte Gastauftritte: Sinead O'Connor bereichert "Harbour" mit ihrem dahingehauchten Gesang, waehrend "MC Lyte" und "Angie Stone" die funkige HipHop-Hymne "Jam For The Ladies" so richtig aufgedreht klingen lassen. Kleiner Mann, ganz gross.