How Sweet It Is

Wenn man bedenkt, welchen Zulauf bodenstaendige Rock-Maedels wie Vanessa Carlton und Michelle Branch derzeit haben, haette es sich fuer Joan Osborne wahrscheinlich gelohnt, sich wieder auf ihre Wurzeln in geradlinigem Blues und Folk zu besinnen. Doch die in New York beheimatete Saengerin, die dank ihrem dreifach mit Platin ausgezeichneten Debut-Album "Relish" (1995) und der ueberraschend erfolgreichen Singleauskopplung "One Of Us" fuer mehrere Grammys nominiert wurde, wartet mit einer Ueberraschung auf: Osborne hat sich von Vonda Shepard inspirieren lassen und legt ein Album mit aparten Coverversionen von modernen R&B-Klassikern vor. Sie leiht ihren angerauten Alt einer Neufassung von Otis Reddings "These Arms Of Mine" mit eleganter Klavierbegleitung, unterstreicht die Aussage von Edwin Starrs "War" durch ein feierlich getragenes Tempo und wird mit ihrer sinnlichen Version von Marvin Gayes "How Sweet It Is" James Taylor erschauern lassen. Absolut unerwartet und erstaunlich gut.