Tomcats Screaming Outside

Wenn auch "Tomcats Screaming Outside" als sein Debut-Album angesehen wird, war Roland Orzabal bereits waehrend des letzten Jahrzehnts ein Solokuenstler. Roland Orzabal ist die dominierende Haelfte von Tears For Fears und machte aus dem Pop-Duo der achtziger Jahre nach dem Ausscheiden von Curt Smith Anfang der neunziger Jahre eine One-Man-Band, veroeffentlichte zwei Alben, "Elemental" und "Raoul And The Kings Of Spain". Wenn auch Stuecke wie "Ticket To The World", "Bullet For Brains" und "For The Love Of Cain" die allesamt Pop/Rock Hymnen mit gross angelegten Refrains sind, problemlos in jedes der beiden Alben der Phase nach Curt Smith passen wuerden, stellt "Tomcats Screaming Outside" doch sehr stark wieder eine Rueckkehr zu den experimentellen Phasen der Glanzzeit von "Tears For Fears" dar. Die duestere Produktion und die Tracks mit dem bedrohlichen Rhythmus wie bei "Under Either" und "Hypnoculture", der lang nachhallende Schwung von "Day By Day", das von Grunge gepraegte "Dandelion" und die Drum & Bass Stuecke "Kill Love" und "Hey Andy" - sie leben allesamt von zuendenden Melodien und von Orzabals anpassungsfaehiger Stimme. Es bleibt eigentlich kein Zweifel, dass die fantasiereiche Begabung, die "Tears For Fears" von ihren Konkurrenten unterschied und ihren Songs zu solch dauerhaftem Erfolg verhalf, immer noch unglaublich lebendig geblieben ist. Solo-Album oder nicht, "Tomcats Screaming Outside" ist das beste Album von "Tears For Fears" in einem ganzen Jahrzehnt.