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| Shaman |
Das Album "Shaman" schafft von vornherein ein Problem: Was kann man denn noch nach einem so massiven Comeback tun, nach einem Erfolg, der "dich wieder zum Star gemacht hat" wie das Vorgaenger-Album "Supernatural"? Wyclef ist nicht mehr als Produzent dabei, um alles ein wenig aufzupaeppeln. Ausserdem wird Santana auch nicht juenger. Also, was ist zu tun? Antwort: So viele Gastkuenstler wie moeglich einladen. Was bleibt ihm sonst uebrig? Er ist kein Saenger, er ist ein Gitarrist, und man kann nicht endlos viele Gitarrensoli liefern. Lasst uns mal sehen und hoeren: "Shaman" praesentiert Dido, Chad Kroeger von Nickelback, P.O.D., Macy Gray, Citizen Cope, Pl'e1cido Domingo, Alejandro Lerner, Musiq, Me'Shell Ndegeocello, Ozomatli, Seal, Michael Shrieve und die Produzenten KC Porter und Kike Santander. Fehlen da nicht noch die Neptunes? Richtig! Sie waren als Einzige nicht dabei. Trotz all dieser "Stars" ist und bleibt das Instrumentalstueck "Victory Is One" ein herrausragender Track. Hier blitzt Santana's uralte Latin-Rock-Fusion noch einmal auf. Bei der ersten Single "The Game Of Love", die von der 19-jaehrigen Michelle Branch gesungen wird, gibt es zuckersuessen Pop der 60er-Jahre zu schlecken. Spaetestens hier wird aber auch klar, dass dem Album ein durchgaengiges Konzept fehlt. Tatsaechlich macht die Platte den Eindruck, dass sie von und fuer bestimmte Zielgruppen produziert wurde. Jeder Track zielt auf eine bestimmte Kategorie. Bei dieser Prozedur ist Santana lediglich das Aushaengeschild. Nur Ozomatli und Macy Gray, selbst Produkte einer alternativen Musikszene "kapieren" Santana. Alle anderen Kuenstler wie Seal, Dido und Musiq (frueher mal Musiq Soulchild) scheinen hier nur das grosse Geld gewittert zu haben. Santana's Spiel hat immer noch die gleiche Ueberzeugungskraft, aber viele seiner Gaeste sind nur zum Absahnen gekommen. Das muss einfach mal gesagt werden. Ansonsten bleibt festzuhalten, dass Santana's Coverversion von Angelique Kidjos "Adouma" aeusserst temperamentvoll ist und er sich auf dem so genannten Terrain der Weltmusik ("Foo Foo", "Aye, Aye") wirklich sehen und hoeren lassen kann. Santana und seiner zielgruppenorientierten Startruppe ist eigentlich nur der Vorwurf zu machen, dass sie hier ein Fertiggericht auf dem Plattenteller servieren. Haette er sich doch ein wenig mehr darauf gestuetzt, wer er selbst wirklich ist! Haette er sich doch nicht so sehr darauf gestuerzt, was die Leute nach seiner Ansicht so alles von ihm erwarten! Dann, ja dann waere hieraus ein tolles Album geworden. So nicht.