|
| In The Meantime |
Watershed, die neue suedafrikanische Pop-Hoffnung also. Mit ihrem Debut-Album "In The Meantime" machen sich die Jungs irgendwo zwischen Joshua Kadison, R.E.M. und Crowded House breit. Und sie machen ihre Sache gut. "Musik, die sich anschleicht" sagt man ueber einen Song, den man eigentlich gar nicht mag und doch nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Dieses ganz private Gefuehl von "Can't Get You Out Of My Head" blueht allen, die eigentlich gar nicht auf Mainstream-Pop aus der Singer/Songwriter-Ecke stehen, sich Watershed aber trotzdem mal reinziehen. Und hoppla - was passiert? Genau jenes. Man hoert und hoert und hoert und will ploetzlich gar nicht mehr aufhoeren, weil dieses Album Song fuer Song mehr Sinn macht. Der Vorwurf, hier wuerde es sich um clever produzierte Hitparadenmusik handeln, ist spaetestens dann entkraeftet, wenn es zum eigentlichen Hit kommt: "Indigo Girl" ist ganz klar ein potenzieller Chartbreaker. Und was fuer einer. Auf Englisch nennt man so eine Melodie "Hook", weil sie wie ein Haken im Gehoergang stecken bleibt. Das passiert hier, und es tut nicht mal weh. Hier befinden wir uns in einer Liga, in der R.E.M. spielen. Midnight Oil frueher vielleicht ein mal. Oder Reamonn, wenn sie den Verzerrer weggepackt haben. Es wird noch besser: "Yesterday Again" glaenzt mit einer wunderschoenen, kleinen Melodie aus der Beatles-Schule. Klar, das ist nicht neu, das ist nicht innovativ, nach Kritiker-Massstaeben schon gar nicht. Aber Watershed koennen, was sie koennen, wie nur ganz wenige - und vergessen dabei nicht die noetige Portion Herzblut. Na dann: Bis demnaechst im Stadion ihres Vertrauens. Vielleicht ja mit R.E.M.