Tank

Asian Dub Foundation bleiben auch auf Tank die nimmermueden Kaempfer an der politischen Pop-Front, wo sie allmaehlich zu den letzten Mohikanern gehoeren. Ein bisschen Anachronismus zwischen jammernden Singer / Songwritern und flottem Party-Indie-Rock kann aber nicht schaden, und ausserdem koennen die Briten auch gar nicht anders. Auf Tank fahren ADF - mit Verlaub - bei meist hohem Tempo schweres Geschuetz auf. Liessen sie den Vorgaenger Enemy Of The Enemy noch von dem Dub-Meister Adrian Sherwood produzieren, so haben sie diesmal Ben Watkins (Juno Reactor) und Adam Wren (Leftfield) ins Team geholt, wodurch sich der Anteil von Dub zugunsten elektronischer Elemente verringerte. Furios ist das Eroeffnungsstueck, die frisierte Drum & Bass-Nummer "Flyover". Harte, trockene Beats und eingewobene orientalische Klaenge bestimmen dagegen den Titeltrack "Tank". Mit dieser Bipolaritaet halten Asian Dub Foundation die Spannung innerhalb der Songs hoch, wobei Gastvokalist Ghetto Priest (African Head Charge , Little Axe) als Pendant zum ADF-Rapper MC.Spex den Kontrast noch verstaerkt. Wie gross die Bandbreite von Asian Dub Foundation ist, zeigt sich ueberdeutlich an zwei Tracks: "Powerlines" feat. Mad Mike (Detroit Underground Resistance) bringt Gitarren und technoide Rhythmen zusammen, waehrend "Tomorrow Begins Today" zarte Dub-Reggae-Z'fcge traegt. Dazwischen gibt es viel Tanz und Kampf, alles politisch korrekt natuerlich.