Bar Lounge Classics - Latin Edition

"Bar Lounge Classics - Latin Edition" schliesst sich nahtlos an die stets klug zusammengestellte Kompilationsreihe "Bar Lounge Classics" an. Diesmal wird eine lange Bruecke von der Tagesaktualitaet in die Vergangenheit geschlagen. So taucht Astrud Gilberto mit einem Remix ihres 1966 veroeffentlichten Songs "Who Needs Forever?" genauso auf wie Ennio Morricone mit "Allegretto Per Signora" aus den 70ern. Zeiten, in denen Brazil-Jazz bei uns fast unbekannt und Easy Listening verpoent war. Angenehm an dieser Doppel-CD ist neben den warm fliessenden Sounds das Wechselspiel zwischen westlichen Kuenstlern (Beanfield, Jazzanova, Ian Pooley) und Lateinamerikanern sowie die Tempi-Veraenderungen. pardpardeftab720sa240qlqnatural cf0 Da beide Silberlinge bis an den Rand der Speicherkapazitaet gefuellt sind, bleibt Zeit, um sich mit dem Booklet zu beschaeftigen. Es scheint ja eine stereotype Notwendigkeit zu sein, die Cover von Samplern aus den Bereichen Bar-Lounge, Chill-Out oder Latin mit Sonnenuntergaengen oder schoenen (weiblichen) Covern zu verzieren. Hier aber geht es echt zu weit. Ein Edelkoerper rekelt sich lasziv auf einem Designersessel, das Interieur ist aseptisch und vermittelt null Bar-Ambiente. Nehmen wir mal so hin, f'fcr die Linernotes mit seiner schwuelstigen Pseudo-Philosophie ueber Globalisierung und Sex aber gehoert der Autor solange mit Caipirinha zugeschuettet, dass er fuer den Rest des Lebens einen Kater hat. Da wenden wir uns verstoert wieder der Musik zu, und der Aerger verraucht schnell ob der Eleganz von Songs wie "Yo Vivire" (Celia Cruz), "Jaleo" (Trueby Trio mit einer hinreissenden Concha Bulka) oder "Sound Of The Samba" von Victor Davis. Abgesehen von einer dunklen Wolke namens Artwork faengt "Bar Lounge Classics - Latin Edition" fuer weit ueber zwei Stunden die Sonne ein.